Was dürfen wir Boostedter wissen und was nicht?

Die Kieler Nachrichten berichten in ihrer Ausgabe vom 11.03.2019 von einem Anstieg der Kriminalität in Boostedt laut einem „internen Monatsbericht“ der Polizei. Besonders Laden- und Fahrraddiebstähle, Körperverletzungen und Rauschgiftdelikte hätten u.a. aufgrund der hohen Belegungszahlen und einer problematischen Bewohnergruppe in der Landesunterkunft deutlich zugenommen. Zugleich wird in dem Artikel der KN kritisiert, dass die Landesregierung die Öffentlichkeit nur äußerst sparsam informiert habe, obwohl der Innenminister bei einer Einwohnerversammlung im September 2018 einen „offenen und transparenten Umgang mit dem Thema Kriminalität“ angekündigt habe.
Den ganzen Artikel der KN können Sie hier lesen.

In seiner Informationspolitik scheint sich das Innenministerium am ehemaligen Bundesminister de Maizière zu orientieren, der im November ein Fußballländerspiel in Hannover aus Sicherheitsgründen abgesagt hatte. Gefragt nach den Hintergründen seiner Entscheidung verweigerte de Maizière eine klare Stellungnahme, weil diese die Bevölkerung „verunsichern“ könne. Ein Sprecher des Innenministeriums laut Kieler Nachrichten: „Eine transparente Informationsstrategie bedeutet nicht die Verbreitung „ungesicherter Erkenntnisse“ .

Da muss sich Innenminister Grote doch – zumindest – fragen lassen: „Wie wär’s, wenn Sie wenigstens über die gesicherten Erkenntnisse informieren würden?“ Das Ministerium hat erneut Vertrauen verspielt, von dem in Boostedt ohnehin nicht mehr viel übrig sein dürfte.

Bei der Boostedter SPD warten wir sehnlichst auf eine Entlastung der Landesunterkunft durch die in wenigen Wochen wiedereröffnete Einrichtung in Rendsburg und erhoffen uns von einer Verringerung der Belegzahlen einen Rückgang der Kriminalitätsrate. Bis zum Jahresende – das hat Minister Grote zugesagt – soll die Bewohnerzahl auf 500 (im Ausnahmefall: 700) reduziert worden sein. Die Berichte über zunehmende Kriminalität in Boostedt setzen ihn jetzt zusätzlich unter Druck.

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